Lettres de…

Bonjour tout le monde,

ich heiße Svenja, ich bin 26 Jahre alt und studiere den Master Sozialwissenschaften an der HU Berlin.

Ich habe schon in der Schule Französisch gelernt und nach dem Abitur ein Gap Year als Au-pair in Frankreich verbracht. Und trotzdem ist mein Französisch leider nicht super gut. Deswegen mache ich weiterhin Französischkurse an der HU und als sich die Möglichkeit ergeben hat, einen Austausch mit französischen Studierenden zu machen, habe ich natürlich sofort Ja gesagt!

Bei uns in Deutschland sind Sprachaustausche in der Schule relativ normal: Man kommt für eine Woche in eine fremde Familie, isst, schläft und lebt bei ihnen, und danach oder davor kommt das andere Kind zu einem nach Hause. Trotzdem war es total ungewohnt und aufregend, das nochmal als Studentin zu machen. Ich habe in meiner WG (Wohngemeinschaft) z. B. kein Gästezimmer, so kam es, dass ich Martha am Samstagabend das allererste Mal traf, sie mit zu mir nach Hause brachte und dann einfach mit ihr in meinem Bett geschlafen habe. Martha und ich haben sofort gevibt (Jugendsprache für: uns gut verstanden), und nach zwei Stunden Reden beim Abendessen habe ich mich schon total wohl gefühlt, weshalb das überhaupt kein Problem war. Und trotzdem war es total lustig, dann einfach neben dieser neuen Person einzuschlafen.

Allgemein hatten Martha und ich einfach eine tolle Zeit in Berlin und waren ein super Match, aber wo Martha mich wirklich beeindruckt hat, war, dass sie wirklich die komplette Zeit Deutsch mit mir gesprochen hat, selbst wenn ich mal etwas auf Französisch gesagt habe!

Das hat mich total motiviert, weshalb ich mit dem festen Vorhaben, ebenfalls ausschließlich Französisch zu sprechen, nach Paris gefahren bin. Als ich in Paris ausstieg, begrüßte Martha mich stürmisch auf Französisch, was erstens ungewohnt war, da ich mit Martha ja immer Deutsch gesprochen hatte, und zweitens hatte ich auf einmal das Gefühl, dass ich überhaupt kein Französisch sprechen kann. Diese Aufregung hat sich ganz schnell gelegt und ich habe einfach mein bestes Französisch (also ein Französisch voller Fehler) gesprochen. Das hat total Spaß gemacht und trotzdem habe ich abends gemerkt, dass ich müder bin als sonst, weil ich mich beim Sprechen so viel mehr anstrengen musste.

Die Woche in Paris war wunderschön, vom gemütlichen Joghurt-Frühstücken (warum ist da dieses Papier um den Joghurt, das man in der Schale noch abmachen muss?!), über „La Boum“ im Kino schauen, zu in Jazzbars tanzen oder einfach mit Martha über Gott und die Welt (d. h. alles Mögliche) quatschen. Es war einfach eine gute Zeit. Ich kann euch allen empfehlen, diese Art der Möglichkeit zu nutzen, eine Sprache, ein Land und auch einfach liebe Menschen kennenzulernen!